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Historie Emma-Jaeger-Bad

1888Der erste Gedanke für ein Volksbad wurde bereits 1888 im Stadtrat aufgegriffen. Damals wurde beschlossen Rücklagen der Städtischen Sparkasse zum Bau eines Volksbades anzulegen.
1900Frau Emma Jäger (19.11.1830 - 04.06.1900) hinterlässt nach Ihrem Tode der Stadt Pforzheim für den Bau eines Volksbades ca. 500.000 Goldmark, heute ca. 7,5 - 8 Mio. Euro. Zum Vergleich: 1900 kostete ein Brötchen zwischen 2-3 Pfennige. Eine Bäderkommission kommt nach umfangreichen Planungen zu dem Schluss, nur das beste Material zu verwenden, um den Erhalt und den Betrieb des Bades kostengünstig und langfristig zu sichern.
1909Nach einigen Verzögerungen wegen anderer Bauvorhaben und der Standortsuche wurde im Herbst 1909 mit dem Bau begonnen. Verantwortlicher Planer war Stadtbaumeister Alfred Roepert.
1911Am 27.11.1911 wurde das neu erbaute Emma-Jaeger-Bad nach zweijähriger Bauzeit der Öffentlichkeit übergeben. Die Baukosten betrugen ca. 700.000 Mark. Das errichtete Bad war nach Geschlechtern getrennt. Das Frauenbad umfasste ein Becken von 8,50 x 11,05 m und das Männerbad ein Becken von 11,10 x 23,40 m. Zudem war ein russisch-römisches Dampfbad, ein Fango Bad, eine Medizinische Abteilung und die Reinigungsabteilung Bestandteil des neuen Volksbades.
1919-1925In den Jahren nach dem Neubau wurde das Emma-Jaeger-Bad nach und nach erweitert. Zunächst durch eine Flussbadeanlage, dann um den Einbau von Filteranlagen in den beiden Schwimmhallen.
1945Das, im Februar 1945 durch Bomben stark beschädigte, Emma-Jaeger-Bad wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aufgebaut und war als denkmalgeschützte Anlage bis 30.04.2010 in Betrieb. Das Kesselhaus und die Frauenschwimmhalle wurden während des Krieges völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut.
1949Am 17.12.1949 wurde das Emma-Jaeger-Bad wieder in Betrieb genommen.
1965Die neue Halle wird angebaut und am 25.09.1965 eingeweiht. Die Kosten beliefen sich auf 4,4 Mio DM. Das neue Bad war durch ein Nichtschwimmerbecken, ein Sportbecken mit Sprunganlage und der Großrutsche Anzugspunkt für zahlreiche Besucher.
2002Im Jahre 2002 wurde die neue Halle noch einmal saniert. Am 27.11.2002 konnte das Emma-Jaeger-Bad mit zahlreichen neuen Besucherattraktionen wie Solebecken, Whirlpool, Außenbecken, Kinderbecken, neuen Duschen und einer Rutsche in ein eigenes Landebecken eingeweiht werden. Die Kosten für die Umgestaltung betrugen 5,5 Mio Euro. Außerdem wurde das Bad um eine großzügige Saunaanlage mit Außensauna, Bio-Sauna, Innensauna, Dampfkabine, Ruheraum und Tauchbecken erweitert.
2008Im Emma-Jaeger-Bad werden zwei BHKW's eingebaut. Außerdem fand ein Umbau der Heizung auf Heißwasser und eine Erneuerung der Lüftungsanlagen statt.
2011Im Juni 2011 schließt aus statischen Gründen die "Alte Halle" des Emma-Jaeger-Bades. Der Gemeinderat hat beschlossen, dass das Gebäude in ein Kreativzentrum umgebaut werden soll.
Denkschrift

Denkschrift über den Neubau des Stadtbades

Einen geschichtlichen Überblick, detaillierte Informationen zum Bau des Stadtbades und eine historische Haus- und Badeordnung finden Sie in unserer "Denkschrift über den Neubau des Stadtbades", die anlässlich des 100-jährigen Jubiläums im November 2011 erstellt wurde.

Die Originalausgabe kann für 5 Euro an der Kasse des Emma-Jaeger-Bades oder per E-Mail (zzgl. Versandkosten) direkt bei der Verwaltung der Goldstadtbäder bestellt werden. 

Emma Jaeger

Emma Franziska Kiehnle wurde am 19.11.1830 als Kind eines Bijoteriefabrikanten (Schmuckgegenstände-Modeschmuck) geboren und wuchs mit 4 Brüdern auf.                          

Am 23.10.1856 heiratete sie in der Schlosskirche Pforzheim den Kaufmann Konrad Josef Jaeger aus Hamburg und zog mit ihm sie nach Hamburg, wo sie ein Kind bekam.

Als 1862 ihr nervenkranker Mann verstarb, kehrte sie nach Pforzheim ins elterliche Anwesen in der Lindenstraße 10 zurück.

Nach dem Tod ihres Vaters Johann Michael Kiehnle erbte sie sein beträchtliches Vermögen und verbrachte ihre Zeit in Ruhe und zurückgezogen in Pforzheim. 

Als sie am 04.06.1900 verstarb, hinterließ sie ein Vermögen von ca. 3 Mio Goldmark. Ihr Nachlassverwalter sorgte laut ihrem Testament für die Aufteilung nach ihren Wünschen. So erhielt die Stadt Pforzheim 500.000 Goldmark zum Bau eines Volksbades.